GĂŒnther Bloch: Mein Hundewissen

Lesetipp fĂŒr Hundemenschen ( Folge 1)

Wie ich zum Hundemenschen wurde und was Sie daraus lernen können, GrĂ€fe und Unzer, 2019, 192 Seiten, 19,99 € (eBook 15,99 €)

Bislang habe ich zwar erst ein gutes Drittel des Buches gelesen, bin aber schon jetzt sehr angetan. In den letzten 15 Jahren habe ich einige BĂŒcher des Hundeexperten verschlungen. Aus jedem einzelnen habe ich fĂŒr mich etwas mitgenommen. Dieses ist insofern besonders, da es wohl sein persönlichstes Buch ist. Es schildert schonungslos ehrlich und durchaus selbstkritisch seinen eigenen, ganz persönlichen Weg zum Hundemenschen: Vom musikbegeisterten, antiautoritĂ€ren Bewohner einer WG mit mehreren Hunden ĂŒber seine Zeit als GassigĂ€nger (heute Dogwalker) bis zum anerkannten praktischen Verhaltensforscher. Dabei spart er nicht an dem ihm eigenen Sarkasmus im Hinblick auf die verschiedenen Trends und Methoden der Hundeerziehung.

Die LektĂŒre war fĂŒr mich eine absolute Wohltat, bringt er doch mit den Worten von F. Sinatra wunderbar auf den Punkt, was wichtig ist: I did it my way!
Ein Mutmachbuch fĂŒr alle, die ein gutes BauchgefĂŒhl und Empathie fĂŒr Hunde und deren Welt haben oder erwerben wollen! Es ist kein Erziehungsratgeber, keine wissenschaftliche Abhandlung, keine theoretische Abhandlung und dennoch voller wunderbarer, fachkompetenter Erkenntnisse des erfahrenen Kynologen. Er selbst nennt es „Leitfaden fĂŒr ein zufriedenes Miteinander von Mensch und Hund“! Eine durchaus kurzweilige und unterhaltsame LektĂŒre – ideal fĂŒr den Nachttisch oder die Urlaubsreise!

Folgende Zitate zeigen die fĂŒr mich wichtige Essenz der Bloch’schen Perspektive und Fachkompetenz.

Erziehungs-, Schulungs- und Ausbildungsmethoden

Es geht Bloch keineswegs darum, die eine gegen die andere Erziehungsmethode ideologisch abzugrenzen oder zu verteidigen, sondern vielmehr darum, was fĂŒr den Hund das Beste ist und nachhaltigen Erfolg verspricht.

Fern jeglicher Facharroganz oder nerviger Klugscheißerei dĂŒrfte es eigentlich jedem in der Hundeszene klar sein, dass weder ein ĂŒberzogenes DominanzverstĂ€ndnis noch ein ĂŒbertriebenes Waldorfschule-Ponyhof-Gehabe viel mit dem wirklichen Leben zu tun hat.

Wunschdenken kann im Zusammenleben mit Hunden kein Ersatz fĂŒr eine dringend notwendige Mischung aus sozialer Kompetenz, Wissen und Menschlichkeit sein. Ohne bewussten Verzicht auf oben benannte Extreme ist wahre Problemlösung nicht möglich.

Wer als Mensch sein Verhalten nicht Àndern will,
wird auch das Verhalten des Hundes nicht Àndern

Soziale Grundordnung mit flexiblen Rahmenbedingungen

Unsere Haushunde brauchen ein soziales GruppengefĂŒge, mit Struktur und klaren Regeln – als Gegenmodell zu Drama und Hysterie und die vermeintliche Wahrheit (….) Gruppenregeln sind dazu da, gemeinschaftliches Leben ertrĂ€glich zu gestalten, ohne Heiteitei oder Gewalt.

Klare Richtlinien, Positionen und Ansagen – Hunde erwarten menschlichen FĂŒhrungsanspruch.

Wir Menschen mĂŒssen unseren Hunden beweisen, dass wir unser eigenes Leben auf die Reihe kriegen. Dann nĂ€mlich und nur dann, haben wir etwas Substanzielles mitzuteilen: natĂŒrliche AutoritĂ€t und FĂŒhrung bei der gemeinsamen Lebensgestaltung.

Hundegruppen / Rudelhaltung

Artgerecht fĂŒr den Hund ist es, eng mit dem Menschen zusammen zu leben … Wenn du eine Gruppe fĂŒhrst, wenn du die Verantwortung dafĂŒr trĂ€gst, musst du fĂŒr Klarheit sorgen. In allen Lebenslagen. Das geht nur mit einer Mischung aus selbstsicherem Auftreten und Lockerheit. Ach ja, ohne GlĂŒcklichsein geht auch nichts.