Die ├╝berragende Kommunikationskompetenz unsere Hunde

Eines meiner Lieblingsthemen ist seit vielen Jahren das h├╝ndische Kommunikationsverhalten. Bei uns Menschen – die wir ÔÇ×OhrentiereÔÇť sind – erfolgt die bewusste Kommunikation in erster Linie ├╝ber verbale ├äu├čerungen (Sprache). Deshalb neigen wir meist dazu, unsere Hunde zuzutexten ­čÖł. Die k├Ârpersprachl. Informationen, die auch wir Menschen ├╝bermitteln, beachten wir eher weniger. Dennoch nehmen wir sie (unbewusst) wahr.

Was die zwei sich wohl zu sagen haben?

Dazu ein Beispiel: Jemand h├Ąlt einen fachlich exzellenten Vortrag, steht dabei jedoch abgeknickt, in sich gekehrt, ohne Blickkontakt und nerv├Âs herumtippelnd auf dem Podium. W├╝rde uns das ├╝berzeugen? Die meisten Zuh├Ârer empfinden das als unauthentisch und es f├Ąllt ihnen schwer, sich von der fachlichen Exzellenz der Referentin ├╝berzeugen zu lassen – obwohl ┬ádiese zweifelsohne vorhanden ist! Am Ende bleibt ein irgendwie mulmiges Gef├╝hl – verursacht durch eine Inkongruenz von verbaler und K├Ârpersprache. Die ├╝berragende Kommunikationskompetenz unsere Hunde weiterlesen

Tiefschnee-Wanderung mit den Schlawinern

Nach zwei Tagen Dauerschneefall hatten wir heut fr├╝h┬áca. 30 cm Neuschnee! Yipeeee, besser kann ein freier Dreik├Ânigstag gar nicht beginnen ­čÄë­čÄë­čÄë!

Wenn man allerdings nur eine Schulterh├Âhe von 44 cm hat, sieht das Stehen im Tiefschnee dann so aus ­čÖł Tiefschnee-Wanderung mit den Schlawinern weiterlesen

Die enorme Leistung eines Lesehundes

Heute durften wir wieder unsere Lesekinder in der Grundschule besuchen. Es ist absolut interessant zu beobachten, wie unterschiedlich Paula jeweils auf die einzelnen Kinder eingeht und welche Reaktionen sie damit ausl├Âst. Ein Lesehund ist einfach da, nimmt alles an, was ist, bewertet nicht, lacht nicht, kritisiert nicht. Und Paula schafft es immer wieder, eine Leichtigkeit in Situationen zu bringen, gerade weil die Kinder oft sehr konzentriert sind.

Einen Jungen, der bislang eher distanziert war und sie nicht allzu nah an sich heran lassen wollte, h├Ârte sie zun├Ąchst mit etwas Abstand sehr konzentriert im ÔÇ×SitzÔÇť zu. Als dieser gerade den Satz ÔÇ×Die B├Ąuerin lachteÔÇť vorlas, stupste sie ihn ganz vorsichtig am Scheitel an – und prompt musste er lachen! ­čĄú Ab diesem Moment las nur noch f├╝r Paula, schaute sie immer wieder an, wie um zu sehen, ob sie alles verstanden hatte!

Ein M├Ądchen war heute zum ersten Mal dabei und Paulas N├Ąhe brachte sie dazu, von ihren Haustieren in Afghanistan zu erz├Ąhlen – und davon, dass sie wegen des Krieges mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen war. Ein sehr ber├╝hrender Moment, in dem Paula gleich ihre Hand leckte ­čÉż Sie las ├╝brigens ganz wunderbar und hochmotiviert und berichtete, dass sie jeden Tag mit ihrer Mama zuhause ├╝bt!

Einer der Jungs war sehr zappelig, unkonzentriert und schweifte immer wieder vom Text ab. Paula reagierte darauf mit Albereien, versuchte, m├Âglichst nah an ihn heranzurutschen, ihm Halt zu geben, aber er wich immer wieder aus. Schlie├člich legte sie beide Vorderpfoten auf das Leseheftchen, als ob sie auf den Text deuten wolle! Ich hatte fast den Eindruck, sie spiegelte ihn mit ihrer Albernheit.

Und bei dem Kind, das so ├╝beraus begeistert und eifrig aus dem Fu├čballbuch vorlas, legte sie sich ganz ruhig und entspannt vornedran und vermittelte dabei eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit!

Ich bin tief ber├╝hrt und beeindruckt, wie einf├╝hlsam und sensibel diese kleine H├╝ndin ist und welch enormen Arbeitseifer sie bei unseren Eins├Ątzen an den Tag legt! ­čśŹ

Ein Tag mit Balou, dem sanften Charmeur

Balous Rudel hatte heute wenig Zeit f├╝r ihn, deshalb war er f├╝r einen Tag bei uns zu Gast. Balou ist 15 Monate alt und ein bildh├╝bscher Sch├Ąfer-Aussie-Beagle-Mix mit einem traumhaft weichen Fell. Schon am fr├╝hen Morgen durfte er mit uns nach Kerschlach zum Dummy-Training. Er konnte es kaum aushalten, nur zuzuschauen, wo er doch selbst so wahnsinnig gerne apportiert! Nach dem Training k├╝hlte er sein aufgestautes Temperament bei einer Toberunde mit Labradeuse Joy – mir ist er daf├╝r ja viel zu gro├č┬áund zu schwer und zudem altersgem├Ą├č auch noch ziemlich frech. Er war somit genau Joys Kaliber ­čśŁ. Ich hab‘ w├Ąhrenddessen lieber mal die Mausel├Âcher und Maulwurfsh├╝gel auf der Wiese gecheckt. Muss ja schlie├člich auch einer machen! ­čĄú

Frauchen hat dann mit Balou und mir noch bisl‘ selbstst├Ąndig Dummyarbeit gemacht. Der Balou ist da echt mit Feuereifer dabei – und l├Ąsst sich durch nix und niemand aus der Ruhe und Konzentration bringen! Nach drei erlebnisreichen und aufregenden Stunden waren wir schlie├člich wieder gl├╝cklich zu Hause.

Da ich ja von Haus aus so’n kleinen Kontrolltick hab, wenn Hundebesuch da ist, hat Frauchen uns erst mal getrennt jeweils auf einer eigenen Decke geparkt! Und da Balou so aufgeregt war und zudem auch noch sensibel auf meine Pr├Ąsenz und durchdringenden Blicke reagiert hat – er hat total gehechelt und konnte sich kaum entspannen – gab es erst nen Sichtschutz und dann nen Kauring zur Beruhigung seiner Nerven.

So’n gro├čer Hund und dann mit Beruhigungsschnuller! Das hab ich ja gar nicht verstanden! Zum Gl├╝ck fiel auch f├╝r mich ’n Knabberteil ab ­čśŐ! Wahrscheinlich ist das der Preis f├╝r seine unglaubliche Sensitivit├Ąt und Zugewandtheit!┬áUnd kaum waren zwei Stunden vorbei, ha’m wir auch schon beide friedlich gepennt, um die Erlebnisse des Vormittags zu verarbeiten! Frauchen konnte so in aller Ruhe am Schreibtisch arbeiten. Sie muss ja schlie├člich noch paar Hundekekse verdienen!

Am Nachmittag gab es nochmal ne gemeinsame Garten-Tobe-Session, bei der wir sogar miteinander gespielt haben. Bislang hab ich das im Kontakt mit Balou immer vermieden, weil er oft so st├╝rmisch ist und mich auch gern mal ├╝ber’n Haufen rennt. Ich war deshalb ganz erstaunt, wie respektvoll und vorsichtig er sich heute mit mir zeigte: Er hielt stets angemessenen Abstand, ging auf jedes Angebot ein, respektierte meine Grenzen und nahm sich k├Ârperlich ganz sch├Ân zur├╝ck – schlie├člich bringt er ja locker das doppelte Kampfgewicht und das dreifache an K├Ârpergr├Â├če mit ein ­čśť!

Irgendwie im Laufe des Tages ist dann bei uns beiden wohl der Knoten geplatzt. Balou hat sich von meiner Zickigkeit in Sachen Raumverwaltung im Haus ├╝berhaupt nicht beeindrucken lassen und konterte stets mit ungebremsten Charme-Offensiven! Diesen konnte selbst ich auf Dauer nicht widerstehen! Frauchen lie├č es deshalb auch mal laufen ohne regulierend einzugreifen! Die folgenden Bilder und das Video sprechen wohl f├╝r sich: Von mir aus darf der Balou gern wieder mal kommen!

K├Ârpersprachliche F├╝hrung – eine Definition

Ich bin ja nun seit einiger Zeit dabei. Habe Erfahrungen mit Hund und Halter gemacht und auch andere Trainer bei Fortbildungen kennengelernt. Und ich verfolge viele Themen insbesondere in den Sozialen Medien. Was sich da in der Hundeszene so abspielt, finde ich schon sehr bedenklich! Wertsch├Ątzung und Respekt lese und f├╝hle ich sehr wenig. (…) Es gibt eine Fraktion, welche behauptet, ausschlie├člich positiv zu arbeiten. Das h├Ârt sich ja erst mal gut an! Genau von dieser Fraktion wird aber behauptet, dass ALLES andere schlimme Gewalt am Hund ist.┬áUnd dazu habe ich heute mal etwas zu sagen!

Mich nervt diese Schwarz-Wei├č Malerei enorm. Ja, es gibt noch Hundepl├Ątze und Trainer, die ├╝ber massiven Druck inkl. Stachelhalsband oder Teletak arbeiten. Das ist auch f├╝r mich indiskutabel!

K├Ârpersprachliche Kommunikation

Meine Arbeit mit Mensch und Hund beinhaltet die k├Ârpersprachliche Kommunikation. Die typischen Kommandos baue ich in meine Arbeit nur zu einem sehr geringen Anteil mit ein, da ich der Meinung bin, dass man diese im Alltag mit dem Hund nicht ben├Âtigt. Nat├╝rlich kann der Halter damit arbeiten. Zuerst sollte aber meines Erachtens gekl├Ąrt sein, wer wen im Alltag f├╝hrt.

Was bedeutet f├╝r mich also F├╝hrung?

Gute F├╝hrungsarbeit leiste ich dann, wenn sich der Hund im Alltag freiwillig an mir orientiert und sich bei Konflikten an mich wendet, statt selbst├Ąndig zu entscheiden.

Wie erreiche ich das?

In dem ich in der Lage bin ├╝ber k├Ârpersprachliche Kommunikation R├Ąume zu verwalten und Grenzen zu setzen. Diese Art des Gespr├Ąchs mit dem Hund ist sehr wohlwollend. Ziel eines respektvollen Miteinanders ist es nicht, sich st├Ąndig gegenseitig anzugehen, sondern mit leichten Signalen untereinander zu kommunizieren.

Hunde untereinander kl├Ąren ├╝ber eine k├Ârpersprachliche Abbruchkommunikation, wo sie stehen. Hunde schauen sich unerw├╝nschtes Verhalten nicht lange an, sie brechen es ab. Und dann lese ich oft den Satz:

Aber wir sind doch keine Hunde!

Wir Menschen haben unsere Hunde zu dem gemacht was sie jetzt sind. In Jahrtausenden von Jahren haben wir die Eigenschaften, welche wir wollten herausgez├╝chtet. Und dazu geh├Ârt auch der Punkt der Kooperationsbereitschaft. Wenn Hunde sich entscheiden m├╝ssten zwischen ihresgleichen und dem Menschen, dann werden sie den Menschen vorziehen. Und in vielen Forschungen ist nachgewiesen, wie feinf├╝hlig der Hund auf die K├Ârpersprache des Menschen reagiert.

Zum Abschluss lade ich jeden ein sich mit dieser Art der Verst├Ąndigung zwischen Mensch und Hund tiefgehend zu besch├Ąftigen (…).

Ein Gastbeitrag von Uta Dengel (DengelDogs)

Bild k├Ânnte enthalten: Hund und im Freien

Hundebegegnungen: Vertraue ich meinen Menschen?

Meine Menschen mischen sich pl├Âtzlich ein

In der sp├Ąteren Junghundzeit blieben meine Zweibeiner beim Thema Artgenossen ziemlich hartn├Ąckig. Sie nahmen mich immer ├Âfter an die Leine oder riefen mich zur├╝ck, wenn andere Hunde in die N├Ąhe kamen. Ganz unnachgiebig wurde sie dann w├Ąhrend meiner ersten L├Ąufigkeit … und einem HTS-Mini-Seminar in Ostrach im November.┬áSie meinten, ich sollte lernen, Artgenossen zu ignorieren und mich an meinem Rudel zu orientieren – ich wei├č auch nicht, wer sich solch einen Mist ausgedacht hat. Ich hab mich trotzdem angestrengt, denn ich will ja schlie├člich alles richtig machen und irgendwie hatten sie mit der Zeit auch schon mein Vertrauen etwas gewonnen.

Frauchen und ich im Gespr├Ąch

Ohne Leine (nach HTS: Freilauf oder Freifolge) bin ich bei Artgenossen-Sichtung allerdings oft noch ausgeb├╝xt oder an ihnen vorbeigeprescht. Mit der Zeit wurde das aber auch langweilig, denn sie h├Ârten tats├Ąchlich auf, sich dar├╝ber aufzuregen! Ich hab irgendwann festgestellt, dass es nicht mit allen Hunden nur lustig ist, zu spielen. Ich bin ja nun mit 11 kg und 42 cm Schulterh├Âhe eher ein introvertiertes Leichtgewicht und wenn die anderen deutlich gr├Â├čer sind und beim Spiel sehr viel K├Ârpereinsatz zeigen (extrovertierte Hunde), kann ich noch so sehr signalisieren, dass ich das nicht mag – da komm ich einfach nicht durch. Eine Zeit lang hab ich das zwar versucht, war aber recht froh, wenn Mutti dann eingriff, um mich vor allzu viel Frust zu bewahren. Manchmal hatte ich aber auch Erfolg (siehe meinen Beitrag┬áMein erster Erfolg…..).┬á Hundebegegnungen: Vertraue ich meinen Menschen? weiterlesen