Auszeit von den Helfern auf vier Pfoten …

Vor fast einem Jahr habe ich den Eignungstest als Besuchshund bei den Helfern auf vier Pfoten erfolgreich absolviert (siehe Beitrag: Eignungstest zum Helfer-Team auf vier Pfoten). Seitdem war ich mit Frauchen auf vielen Eins├Ątzen in Schulen und KiTas, habe ganz viel Neues kennengelernt und gemeinsam mit weiteren tollen Helferteams viele, ganz unterschiedliche Kinder gl├╝cklich gemacht (diverse Beitr├Ąge). Das h├Ątte eigentlich alles so weiter gehen k├Ânnen – zumindest hatte Frauchen sich das so vorgestellt….

Vier Helferteams im Einsatz: Anton, Bambam, Naja und ich

Kinder finde ich grunds├Ątzlich gro├čartig und bin f├╝r jeden Spa├č zu haben. Insbesondere die Kennenlernspiele und praktischen ├ťbungen zum Umgang mit Hunden machen mir immer riesig viel Spa├č. Und die Kids sind begeistert, wenn ich ein paar Tricks vorf├╝hre – der Sprung durch den Reifen und das Apportieren und Auff├Ądeln von Ringen sind meist echte H├Âhepunkte. Gerade bei ├Ąngstlichen und zur├╝ckhaltenden Kindern komme ich sehr gut an. Und ich find ja auch die vorsichtigen Kids besonders klasse Ôś║´ŞĆ.

Aber zu unserem Helferjob geh├Ârt nun mal auch das Gestreicheltwerden und die Begr├╝├čungszeremonie. Die Kinder sollen lernen, dass man zuerst den Besitzer fragt, sich vorsichtig dem Hund n├Ąhert, ihn schn├╝ffeln l├Ąsst und dann erst anfasst. Das ist ja schon sehr wichtig! Also zumindest f├╝r die Kinder! Bei diesem Teil unserer Besuche habe ich mich meist weniger wohl gef├╝hlt. K├Ârperkontakt mit fremden Personen find ich eher mittelpr├Ąchtig.

Ich bin zwar ein Hund, der sehr schnell flitzen, springen und lernen kann, aber wenn es um die Verarbeitung von neuen Eindr├╝cken und dem Erstkontakt zu fremden Personen geht, hab ich ne gaaaaaaanz lange Leitung! ­čžÉ Ich will mir meist alles erst mal ganz in Ruhe anschauen, mir meine eigene Meinung bilden und dann entscheiden, was und wen ich gut finde und was nicht. Das war schon als Welpe so – da hat Frauchen dann schon mal 10 Min. warten m├╝ssen, weil im Nachbarsgarten ein Mensch auf Knien rumrutschte…. konnte ja erst mal noch nicht wissen, dass man das Unkraut-J├Ąten nennt und das v├Âllig harmlos ist. Aber Frauchen hat mir immer die Zeit gelassen, die ich brauchte. Wenn was Neues dann erst mal richtig verarbeitet ist, hab ich nie wieder ein Problem damit! Bin dann quasi echt ne coole Socke ­čśÄ

Bei den Helfern ham wir diese Zeit nat├╝rlich gar nicht und die Kinder sind auch nicht so geduldig, wie meine Menschen. Das geht alles meist recht flott und ich komm da oft gar nicht hinterher ­čĄ» – ist f├╝r mich also eher stressig! Gegen Ende der Besuchszeit ist das ├╝brigens kein Thema mehr, bis dahin hatte ich ja genug Zeit, die Kids eingehend zu beobachten, kenne ihre Ger├╝che, habe mich an den Raum und die Ger├Ąusche gew├Âhnt. Da find ich es dann v├Âllig o.k., wenn mich auch mal zwei oder drei Kinder gleichzeitig anfassen, um sich zu verabschieden.

Gro├če W├Ąsche

Frauchen war das schon bewusst und sie dachte, dass sich das im Laufe der Zeit legt. Sie hat aber auch bemerkt, dass dem nicht so war und sich viele Gedanken dar├╝ber gemacht. Letzte Woche waren wir dann auf einem sehr intensiven Workshop f├╝r Menschen und ihre Tiere bei der wunderbaren Barbara Oppermann in K├Âln, wo es u.a. auch um dieses Thema ging. Dabei wurde klar, wie belastend dies f├╝r mich wirklich ist, auch wenn ich nat├╝rlich immer alles brav mitmache und versuche, mir nichts anmerken zu lassen.

Das Wohl des Hundes geht vor!

Schweren Herzens hat sie daraufhin entschieden, dass wir unser Engagement bei den Helfern auf vier Pfoten zun├Ąchst einmal auf Eis legen! Unserer lokale Koordinatorin Heike hat zum Gl├╝ck sehr viel Erfahrung und gro├čen Hundeverstand! Wir haben also heute ein letztes Mal unser Helfer-Outfit gewaschen, das geht zur├╝ck, damit es andere Teams nutzen k├Ânnen! Ein bisschen traurig ist das f├╝r uns beide schon! Wir werden die tollen Teams, die Kinder und die ergreifenden Besuche sicherlich vermissen! ­čśó Aber wenn wir bei den Helfern eines gelernt haben, dann dass das Wohl des Hundes immer vorgeht! Daf├╝r bin ich seeehr dankbar!

Und aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Ich bin ja schlie├člich noch ein Jungspund und hab mit meinen zwei Jahren grad mal die Pubert├Ąt hinter mir. Da darf sich in den kommenden Jahren die Coolness, Reife und Gelassenheit durchaus noch weiter entfalten! Und jetzt werden Frauchen und ich uns erst mal wieder auf die Dinge konzentrieren , die v├Âllig unn├╝tz sind, aber mir und ihr einfach nur Freude machen ­čą░

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