Die positiven Auswirkungen von Hunden auf Kinder

Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen die positive Wirkung von Hunden auf Kinder – insbesondere wenn diese gemeinsam aufwachsen und lernen.

Hunde fördern die psychische Entwicklung

  • Sie wirken insbesondere auf hyperaktive oder aggressive Kinder beruhigend. Hunde helfen diesen, ĂŒberschĂŒssige Energie abzubauen und lehren Verantwortungsbewusstsein.
  • Hunde helfen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern beim Lernen und fördern die Konzentration.
  • Hunde fördern soziale Kontakte und helfen, Isolation und Kontaktschwierigkeiten zu ĂŒberwinden.
  • Kinder (und auch Erwachsene), die mit Hunden leben, sind insgesamt gesĂŒnder und stressresistenter.
  • Eine amerikanische Studie fokussiert explizit die positive Auswirkung von Hunden beim Lesenlernen. Bei Kindern, die einem Hund vorlasen, wurde ein Anstieg der LesefĂ€higkeit um 12 Prozent (!) belegt!

Warum gibt es eigentlich noch nicht an jeder Schule mindestens einen Schul- oder Lesehund?

Quelle: https://m.focus.de/wissen/natur/hunde/forschung/tid-32042/tiere-im-haushalt-zehn-gruende-warum-es-gesund-ist-einen-hund-zu-halten-hunde-foerdern-die-psychische-entwicklung_aid_1026371.html

Tierische Begegnung – bin ich wirklich ein halber HĂŒtehund?

Als Aussiedoodle bin ich auf dem Papier zumindest zu 50% ein HĂŒtehund. Die Rasse Australian Shepherds wurde ursprĂŒnglich zum RinderhĂŒten gezĂŒchtet – furchtlos, reaktionsschnell, arbeitsfreudig, will-to-please, hartnĂ€ckig und nicht sonderlich zimperlich. Soweit die Theorie 🙈

KĂŒhe find ich ja nun eher bissl gruselig, da halt ich ganz gern mal Abstand oder lass sie links liegen – zumindest wenn die in der Mehrzahl sind.

Ganz schön groß die Viecher!
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Aussiedoodle, Jagdinstinkt und Impulskontrolle

Genetische Disposition des Aussiedoodle 

Der Australian Shepherd ist ein HĂŒtehund. HĂŒtehunde reagieren auf jegliche Art von Bewegungsreizen -schließlich mĂŒssen sie die Bewegung einer Herde oder einzelner Tiere steuern und kontrollieren. Er ist zudem wachsam und es entgeht ihm nichts. Ăœber viele Generationen wurde diese Veranlagung zĂŒchterisch selektiert und genetisch herausgearbeitet.

Der Pudel gilt heute zwar vorrangig als intelligenter Gesellschafts- und Begleithund, wurde ursprĂŒnglich aber fĂŒr die Wasserjagd gezĂŒchtet (Enten, GĂ€nse). Daher stammt auch die sogenannte Löwenschur: Hinterhand und Becken kahl geschorenen, damit das Fell beim Schwimmen nicht stört, Brust und Kopf mit dichter MĂ€hne, um Herz und Lunge vor KĂ€lte zu schĂŒtzen. 

Die Löwenschur war bis in die 1980er Jahre Standard auf Ausstellungen

Der Aussiedoodle ist somit ein Mix aus HĂŒte- und Jagdhund und prĂ€destiniert dafĂŒr, auf schnelle Bewegungsreize zu reagieren. Das gilt fĂŒr fliegende BlĂ€tter, Vögel und Wildtiere ebenso wie fĂŒr rennende Kinder, Jogger, Autos und Fahrradfahrer. Woher auch sollte der Hund das unterscheiden können? Alles bewegt sich schnell und von ihm weg – also nix wie hinterher!

Rennen ist eine seiner LieblingsbeschÀftigung und ein Aussiedoodle kann sehr schnell sein!

Sozialisation und Erziehung zur Impulskontrolle

Meist finden wir es bei Welpen recht putzig und herzallerliebst, wenn dieser einem fliegenden Papierfetzen oder dem Herbstlaub hinterherflitzt. Ebenso beliebt sind Wurf- und Ballspiele – je weiter, desto besser (die Spielzeugindustrie bietet hier auch fĂŒr mĂ€ĂŸig begabte Werfer hinreichend UnterstĂŒtzung durch verschiedene Schleuder- oder Wurfmethoden). So lernt der Hund von klein an: es macht unglaublich viel Spaß, von meinem Menschen wegzulaufen und wenn etwas sich schnell von mir wegbewegt (und dann auch noch hĂŒpft und springt), dann soll/muss/darf ich hinterher. Und das macht einfach irre viel Spaß, ist somit selbstbelohnend! Und der Aussiedoodle lernt extrem schnell!

Woher soll ein (junger) Hund den Unterschied zwischen einem fliegenden Ball und einem davonfliegenden Vogel, einem hĂŒpfenden Ball und einem Haken schlagenden Hasen, einem ausbrechenden Schaf aus der Herde oder einem vorbeirennenden Kind erkennen? Aus Hundesicht ist das alles gleich!

Wer als persönliches Ziel einen entspannten, nicht-jagenden erwachsenen Vierbeiner vor Augen hat, tut gut daran, vom ersten Tag an darauf hinzuarbeiten, dass sein Aussiedoodle-Welpe Bewegungsreize auszuhalten lernt, nicht reflexartig darauf reagiert und ihr gemeinsam und gezielt seine Impulskontrolle trainiert.

TĂ€gliche Impulskontrolle im Zusammenleben mit einer Katze, die eher flieht als angreift.

Wie lĂ€sst sich das praktisch umsetzen? Man sollte seinen Aussiedoodle vom ersten Tag an mit Bewegungsreizen konfrontieren – jedoch immer sicherstellen, dass er dem Reiz nicht hinterher kann. Bei uns war das im Zusammenleben mit einer Katze unabdingbar – im Zweifel wurde der Hund auch mal mit einer Hausleine gesichert! Zudem sind wir gezielt an KindergĂ€rten, Schulhöfen und SpielplĂ€tzen vorbeigelaufen – immer an der Leine und mit so viel Abstand, dass sie alles genau beobachten konnte, bei uns aber stets Ruhe und Sicherheit fand. Mit der Zeit können die Entfernungen reduziert werden. Wichtig ist, dass der Welpe genug Zeit zur Reizverarbeitung bekommt. Je aufgeregter er ist, desto mehr Ruhe von seinem Menschen ist nötig und desto lĂ€nger die Verarbeitungszeit.

Gezielte Begegnung mit SchwÀnen ohne Jagd- oder Hetzerfolg (Welpenalter)

Bei uns gehörte die tĂ€gliche Sichtung von Enten, Möwen, GĂ€nsen und SchwĂ€nen am See (gesichert an der Leine) zum Alltag. Zudem haben wir jede Gelegenheit gesucht, sie mit anderen Tieren und neuen Situationen in Kontakt zu bringen – ein Besuch auf dem Bauernhof etwa, oder im Urlaub auch mal ein Alpaka.

Alpakas am Urlaubsort – große Neugier auf beiden Seiten

Entspanntes gemeinsames Beobachten ist ausdrĂŒcklich erwĂŒnscht, jede Art von visueller Fixierung, Muskelanspannung, Anschleichen, Losspringen etc. wird allerdings mit einem eindeutigen Abbruchsignal im Keim erstickt. No way! Not your job! Erst wenn er gar nicht mehr auf den Reiz reagiert, darf der Hund von der Leine. So gibt es erst gar keine Chance auf eine selbstbelohnende Jagderfahrung.

Aktive FĂŒhrung im Alltag

Ein zweiter, wichtiger Aspekt zur Kontrolle des Jagdtriebes ist die aktive FĂŒhrung des Hundes durch den Menschen. Dazu werde ich bei Gelegenheit einen eigenen Beitrag schreiben. Beim Thema Jagd ist dies insofern bedeutsam, da in intakten sozialen Gemeinschaften stets der Höherrangige die Entscheidung zum Jagen trifft. In einem wild lebenden Rudel wĂ€re dies die LeithĂŒndin. Keiner der rangniedrigeren Mitglieder kĂ€me auf die Idee, einfach loszustĂŒrmen. Der Erfolg einer Jagd und damit das Wohl der Gruppe ist abhĂ€ngig von Erfahrung und den richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit. Ein junger Hund hat diese keinesfalls.

Hier ĂŒben Kinder, stehenzubleiben, wenn ein Hund kommt. Paula darf (auf Kommando) die Kinder „fangen“

Ausgleich: Teamarbeit

Der Aussiedoodle ist zweifelsohne sehr agil, arbeitswillig und intelligent. Wenn wir ihm auf der einen Seite seine Impulse kontrollieren, braucht er an anderer Stelle einen Ausgleich. Dazu eignet sich etwa gezieltes Dummytraining. Dabei lernt der Hund nicht nur Impulskontrolle, sondern auch die Kooperation mit seinem Menschen. Wir beide haben dabei jedenfalls sehr viel Spaß.

Freies Dummytraining unterwegs – Dummy verstecken und zurĂŒckbringen oder auch werfen und erst auf Kommando apportieren.

Trainingsziel: Entspannter Alltag mit Hund

Wenn man diese drei großen ZusammenhĂ€nge – Impulskontrolle, FĂŒhrung,Teamarbeit – bei der Sozialisation und Erziehung seines Aussiedoodles im Hinterkopf behĂ€lt, sollte unerwĂŒnschtes Jagdverhalten kein Problem sein. Wie das bei uns heute aussieht, sehr Ihr in folgendem Video.

Wildbegegnung am See

Sehr gut zu erkennen ist die zwar aufmerksame Körperhaltung und das mehrfache visuelle „Abfragen“ bei mir, ob wir nun jagen oder nicht. Insgesamt ist Paula aber recht entspannt und hat zu keiner Zeit den Impuls, sich den GĂ€nsen zu nĂ€hern.

Auf einem unserer letzten SpaziergĂ€nge lief Paula etwa 10 m hinter mir ohne Leine, als plötzlich wie aus dem Nichts vier kleine Kinder (ca. 5 Jahre) von der Seite aus einer Einfahrt auf sie zu rannten. Diese spielten Fangen und hatten den Hund gar nicht wahrgenommen. Nach der ersten Schrecksekunde reagierte ich umgehend mit meinem scharfen „Lass das!“ – die Kids waren ca. noch 5 m entfernt. Und Paula wendete sich einfach ab und kam zu mir! Das hat selbst mich total ĂŒberrascht đŸ‘đŸ»đŸŽ‰đŸ‘đŸ»

Wer jetzt allerdings glaubt, bei seinem erwachsenen Hund kann er eh nichts mehr machen, der irrt gewaltig! Unsere Hunde leben im Hier und Jetzt! Sie akzeptieren auch neue Regeln sofern diese klar und ĂŒberzeugend eingefĂŒhrt und nachgehalten werden. Der Weg kann allerdings etwas lĂ€nger dauern – je nach Persönlichkeit des Hundes. Bleibt dran, es lohnt sich!