HundefĂŒhrerschein – Teil 2

So, Ihr Lieben, jetzt könnt Ihr alle Daumen und Pfoten wieder loslassen! Danke fĂŒr all den mentalen Support – ist angekommen đŸŽ‰đŸ‘đŸ»đŸŽ‰.

Heute mussten Frauchen und ich praktisch unter Beweis stellen, dass wir uns sachkundig, vorausschauend und ohne jemanden zu belĂ€stigen rĂŒcksichtsvoll in der Öffentlichkeit bewegen können. Klar, wer uns kennt, weiß das lĂ€ngst, aber jetzt haben wir es auch schwarz auf weiß und amtlich!  HundefĂŒhrerschein – Teil 2 weiterlesen

Hundebegegnungen: Vertraue ich meinen Menschen?

Meine Menschen mischen sich plötzlich ein

In der spĂ€teren Junghundzeit blieben meine Zweibeiner beim Thema Artgenossen ziemlich hartnĂ€ckig. Sie nahmen mich immer öfter an die Leine oder riefen mich zurĂŒck, wenn andere Hunde in die NĂ€he kamen. Ganz unnachgiebig wurde sie dann wĂ€hrend meiner ersten LĂ€ufigkeit … und einem HTS-Mini-Seminar in Ostrach im November. Sie meinten, ich sollte lernen, Artgenossen zu ignorieren und mich an meinem Rudel zu orientieren – ich weiß auch nicht, wer sich solch einen Mist ausgedacht hat. Ich hab mich trotzdem angestrengt, denn ich will ja schließlich alles richtig machen und irgendwie hatten sie mit der Zeit auch schon mein Vertrauen etwas gewonnen.

Frauchen und ich im GesprÀch

Ohne Leine (nach HTS: Freilauf oder Freifolge) bin ich bei Artgenossen-Sichtung allerdings oft noch ausgebĂŒxt oder an ihnen vorbeigeprescht. Mit der Zeit wurde das aber auch langweilig, denn sie hörten tatsĂ€chlich auf, sich darĂŒber aufzuregen! Ich hab irgendwann festgestellt, dass es nicht mit allen Hunden nur lustig ist, zu spielen. Ich bin ja nun mit 11 kg und 42 cm Schulterhöhe eher ein introvertiertes Leichtgewicht und wenn die anderen deutlich grĂ¶ĂŸer sind und beim Spiel sehr viel Körpereinsatz zeigen (extrovertierte Hunde), kann ich noch so sehr signalisieren, dass ich das nicht mag – da komm ich einfach nicht durch. Eine Zeit lang hab ich das zwar versucht, war aber recht froh, wenn Mutti dann eingriff, um mich vor allzu viel Frust zu bewahren. Manchmal hatte ich aber auch Erfolg (siehe meinen Beitrag Mein erster Erfolg…..).  Hundebegegnungen: Vertraue ich meinen Menschen? weiterlesen

Mein erster Erfolg als souverĂ€ne FĂŒhrhĂŒndin …

Hey, Leute,

heut frĂŒh hab ich was erlebt, das muss ich euch erzĂ€hlen! Meine Fellosen hatten heute frei, da muss ich mich immer besonders ins Zeug legen, um die beiden aus dem Bett zu kriegen 😉. Aber irgendwann hat sich Mutti doch erbarmt.

Erst waren wir auf der Hundewiese und dann gings in den Park. Dort sah ich schon von weitem Poony (im wirklichen Leben heißt der anders, aber das spielt hier keine Rolle) an der Leine mit seinem Vati, der im GesprĂ€ch mit einer Frau war. Poony hat als Auslandshund ja GlĂŒck, eine tolle Familie gefunden zu haben, die kapiert hat, dass Sozialkontakte an der Leine nicht optimal sind. Also sind Mutti und ich erst mal ganz ordentlich im Abstand von ca. 1 m an den dreien vorbei und haben freundlich gegrĂŒĂŸt. Aber wir Hunde kannten uns noch nicht und waren beide sehr neugierig aufeinander. Mutti konnte den andern Menschen dann ĂŒberzeugen, dass Freilauf auch ne gute Idee wĂ€re. Um die Zeit morgens unter der Woche ist eh kaum jemand im Park unterwegs und ich bin ja auch willig, mich abrufen zu lassen – zumindest meistens.

Der Poony ist ca. eineinhalb und ein ganz lieber ❀. Aber ich sag euch, der hatte vielleicht eine Energie in sich. Kaum von der Leine, raste der los in einem Affenzahn quer ĂŒber die Wiesen und Wege wie ein VerrĂŒckter. Dabei wollte ich ihn doch erst mal ganz hĂŒndisch begrĂŒĂŸen und schaun, wie er so drauf ist heute. Keine Chance – der ging ab, wie ne Rakete 🚀. Er konnte gar nicht mehr anhalten. Sein Vati berichtete wĂ€hrenddessen ganz stolz, dass der immer so viel und schnell rennt – der arme Kerl! Als souverĂ€ne HĂŒndin war mir klar, dass hier meine FĂŒhrungskompetenz gefragt ist. Ich bin also erst mal ne Weile mitgerannt, auch wenn ich das nicht so toll fand, wie der mich gejagt hat! Meine Rute hing runter, die Ohren waren flach und zurĂŒckgeklappt und ich verteilte immer wieder Abschnapper in die Luft – ganz sanft natĂŒrlich, wie es sich fĂŒr eine introvertierte HĂŒndin gehört. Schnell ist er ja schon, das muss man ihm lassen!

Es war ein echt hartes StĂŒck Arbeit, ihn da runterzubringen. Immer wieder bin ich stehengeblieben, hab ihn aufgefordert, es mir gleich zu tun. Ich hab mich ihm in den Weg gestellt in T-Stellung, mich ganz flach auf den Boden gelegt, um zu zeigen, dass ich ihm Gut will. Soll ja keine Angst vor mir bekommen. Er tat mir schon ein bisschen Leid, wie er da immer so durch die Gegend sausen musste – is ja schon ganz schön stressig fĂŒr ihn – stĂ€ndig unter Hochspannung. Und die Menschen sagen dann oft: „Schau, wie schön die spielen!“ Die Meisten kapieren gar nicht, dass fĂŒr uns Hund ein solch hoher Energielevel auf Dauer ganz ungesund ist und auch keinen Spaß macht.

Nach etwa 10 Minuten wurde er schließlich langsamer, blieb ab und an mal stehen und legte sich schließlich hin. Ganz stolz lief ich immer wieder auch zu Mutti, die sich ganz doll mit mir freute. Es war das erste Mal, dass sie mich hat meinen Job zu Ende bringen lassen. Meist hatte sie vorher eingegriffen, wenn sie merkte, dass mir diese Rennerei keine Freude bereitet. Aber bei Poony durfte ich mich ausleben und ich hatte Erfolg!

Als er ruhiger wurde, hab ich ihm stationĂ€re Spiele angeboten – gemeinsam im Sand buddeln, schnĂŒffeln, zĂ€rtliche Balgereien … und er war richtig glĂŒcklich! Seine Körpersprache wurde ganz weich und er konnte auch mal entspannt liegen und verschnaufen. Das war richtig toll! Gemeinsam haben wir dann noch mit nem Stöckchen gespielt, in einer großen PfĂŒtze gebadet und die wichtigen SchnĂŒffelflecken im Park inspiziert. Mutti war total begeistert von meinem Job und Poony sehr dankbar! Hoffentlich treffen wir uns bald mal wieder!