Warum ein Hybrid-Hund?

Hunde haben mich mein ganzes Leben hindurch begleitet und fasziniert. Dabei kam es mir nie auf die Rassezugehörigkeit an. Alle Hunde, mit denen ich bisher lebte (immerhin vier) waren Mischlinge – meist aus dem Tierschutz. Entscheidend war fĂŒr mich ausschließlich ihr Wesen, ihr Charakter, ihr Temperament und ihre Lern- und Bindungsbereitschaft. Rassehunde und die damit verbundenen meist rein optischen Standards empfand und empfinde ich persönlich eher befremdlich. Da geht es mir mit Hunden nicht anders als mit Menschen – allein der innere Kern zĂ€hlt.

Von all meinen bisherigen Hunde durfte ich lernen, dass besonders der Charakter der Eltern und die Erfahrungen und Bedingungen in der PrĂ€gungsphase (bis ca. 10. Lebenswoche) entscheidend fĂŒr einen Hund sind. Fehler und schlechte Erfahrungen aus dieser Zeit lassen sich nur sehr schwer wieder ausbĂŒgeln.

Zuletzt hatte ich ĂŒber 9 Jahre einen 40kg-Angstbeißer (mit ansonsten wunderbarem Charakter) aus dem Tierheim  an meiner Seite, mit dem ich gemeinsam alle Höhen und Tiefen durchlebt habe. Er hat mich gelehrt, hinter die Fassade zu blicken, die Welt mit Hundeaugen zu sehen und meine Begeisterung fĂŒr die Kynologie geweckt. DafĂŒr bin ich ihm unendlich dankbar.

Diesmal sollte es nun ein Welpe sein, der zu meiner aktuellen Lebenssituation passt, und auch von der genetischen (Rasse-) Disposition her stimmig ist. Um ideale gesundheitliche und sozialisatorische Bedingungen zu ermöglichen, kam fĂŒr mich nur ein verantwortungsvoller und erfahrener ZĂŒchter in Frage. Zudem wollte ich (rassenbedingte) genetische Defekte (mein SchĂ€fermix litt unter einer HĂŒftdysplasie) möglichst ausschließen. Über ein Jahr lang haben wir uns informiert, diskutiert, ĂŒberlegt, mit Haltern und ZĂŒchtern gesprochen, uns ZuchtstĂ€tten angeschaut, bevor wir schließlich den fĂŒr uns optimalen Welpen gefunden hatten: eine Aussiedoodeline aus einwandfreier, optimaler Zucht mit dem fĂŒr uns genau passenden Charakter 😊.

Hybrid-Hunde gehören keinem Rassenverband an und haben per se keinen festgelegten optischen Rassestandard. Es gibt somit keine Ausstellungen und auch keine ZĂŒchter, die nur auf Show-Linie aus sind. Der Zuchtfokus aller Hybrid-Hunde liegt auf ihrer Eignung als Familien- und Begleithunde. Die Eltern unseres Welpen sind beide von ihrem Rasseverband als zuchttauglich eingestuft und der Zwinger „vom Fensdorfer Tal“ wurde vom regionalen Zuchtwart als vorzĂŒglich begutachtet und geprĂŒft. Letzteres bezieht sich nicht auf einen Rassestandard, sondern auf die Aufzuchtbedingungen und die gesundheitliche Verfassung der Eltern (z.B. HĂ€ufigkeit der Belegung, etc.). HierfĂŒr bin ich im ĂŒbrigen auch gerne bereit, einen entsprechenden Preis zu bezahlen,

HĂ€ufig wird argumentiert, dass es auch im Tierheim viele Welpen gibt – meist Beschlagnahmungen von kriminellen Vermehren oder illegalen Transporten. Diese Welpen kommen unter ungĂŒnstigen Bedingungen in diese Welt und haben zweifelsohne ein besseres Leben verdient. Sie haben mein grĂ¶ĂŸtes MitgefĂŒhl und ich wĂŒnsche ihnen baldmöglichst eine passende Familie.

Nach vielen Lebensjahren mit Tierschutzhunden habe ich persönlich mich fĂŒr eine andere Option entschieden. Dieser Hund soll spĂ€ter einmal als Therapiehund ausgebildet und eingesetzt werden. Wir wollten deshalb nicht die „Katze im Sack“, sondern Gewissheit ĂŒber die Herkunft, Charakter, Gesundheit, Wesen und bisherige Sozialisationsbedingungen. Ich finde es persönlich im ĂŒbrigen sehr schade, wenn man sich fĂŒr eine derart wohlĂŒberlegte und bewusste persönliche Entscheidung – die ja immerhin die nĂ€chsten 15 Jahre meines ganz privaten Lebens betrifft – immer wieder mal rechtfertigen muss.

Ein Hybrid-Hund ist weder besser noch schlechter als ein Rassehund oder ein Tierschutz-Mischling. Wichtig ist, dass die Anschaffung des Hundes mit Herz und Verstand geschieht und zu den jeweiligen persönlichen LebensumstÀnden des Halters passt.

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