Schuljahresende 2018/19 für den Lesehund

Ende Juli, 34 Grad im Schatten, es ist der (vor-) letzte Schultag nun endlich auch in Bayern! Wir sind heute zum letzten Mal bei unseren erstklassigen Lesekindern – obwohl es streng genommen viel zu heiß zum Arbeiten ist! 

Alle haben in den letzten Monaten soo große Fortschritte gemacht und v.a. die Freude am Lesen entdeckt …
… und sie wollen sich natürlich alle von mir verabschieden!

Aufgrund der Hitze gibt es heute nur ganz kurze Leseeinheiten, damit ich bei den Temperaturen nicht allzu lange im Einsatz bin. Frisches Wasser steht besonders viel bereit und statt auf der Kuscheldecke liege ich lieber auf dem kühlen Boden! Heute haben wir nicht nur für meine Lesekinder, sondern für alle Erstklässer (34 Kinder in zwei Klassen) eine Überraschung im Gepäck!

Frauchen und ich besuchen die Kinder in ihren Klassenzimmern und ich bringe meine eigene Schultasche mit! Das haben wir gestern Abend extra nochmal geübt! Trotzdem ist das in der neuen Umgebung ganz schön aufregend – die Kinder müssen mucksmäuschenstill sein und auf ihren Plätzen bleiben, um mich nicht abzulenken…. und dann klappt das auch!

Lesehund Paula mit Schultasche

Die Tasche ist gefüllt mit selbstgebastelten Lesehund-Lesezeichen mit meinem Foto und einem aufmunternden Sprüchlein. Alle Kinder bekommen ein Leckerli, dürfen mich nacheinander rufen, mir dieses füttern und sich ein Lesezeichen mit nach Hause nehmen. Das war für mich eine Premiere, da ich mich erstmals frei im Klassenzimmer bewegt habe und zu jedem Kind einzeln hinlaufen sollte …. viele hatte ich im Schulhaus schon mal gesehen, aber natürlich waren die irgendwie fremd … und da standen so viele Dinge rum, die ich nicht kannte: Schultaschen, Mülleimer, Regale … und zwischen all den Kindern, Stühlen und Tischen durch war es auch ganz schön eng! Wenn ich gezögert habe (z.B. unter einem Tisch durch – da waren so viele fremde Kinderbeine), hat mich Frauchen natürlich gleich unterstützt und mir alternative Wege aufgezeigt. Aber ich hab natürlich ganz schnell kapiert, dass sich das futtertechnisch auch lohnt! So macht auch mir Schule Spaß ☺️

Lesehund-Lesezeichen zum Erhalt der Lesemotivation in den Ferien

Die Freude bei den Kindern ist riesengroß und einige lesen stolz vor, was auf ihren Lesezeichen steht – sogar mein afghanisches Lesekind traut sich vor der ganzen Klasse. Darüber freu ich mich ganz besonders! Und wir müssen allen fest versprechen, dass wir nach den Ferien ganz bestimmt wiederkommen! Vielleicht schreibt mir ja der eine oder die andere eine Postkarte aus dem Urlaub und erzählt, welche Bücher er/sie gelesen hat?

Im Anschluss radeln wir beide direkt zum See zum Abkühlen 😊 Das sind zum Glück nur ein paar hundert Meter. Nach dem ganzen Trubel und der Aufregung – die Kinder sind heute auch aufgeregt – tun die Weite, Ruhe, Natur und Bewegung total gut! Um die Mittagszeit ist hier (noch) kaum was los. Ich flitze ausgelassen über die ganze Wiese, apportiere begeistert meinen Ball und räkel mich auf dem Rücken. Baden und Schwimmen mit Frauchen zusammen ist immer besonders toll!

Mit diesen Bildern verabschiedet sich das Starnberger Lesehund-Team …
… in die Sommerferien und wünscht allen großen und kleinen Leseratten
einen tollen Sommer und viele schöne Geschichten!

Tolle Fortschritte der Lesekinder

Heute haben mich zwei meiner Lesekinder total überrascht! Jeder von beiden tat sich bislang sehr schwer mit dem lauten Vorlesen und sie quälten sich durch die einzelnen Worte. 

A. nuschelte meist nur leise vor sich hin, huschte über unbekannte Worte und Buchstaben drüber weg und ich hatte den Eindruck, er fühlte sich dabei seeeehr unwohl … Und heute? Da las er mir auf einmal ganz laut und klar vor! 🎉🎉🎉 und er erzählte erstmals auch etwas von sich! 

Darüber hab ich mich riesig gefreut und bin vor lauter Verzückung gleich mal entspannt eingeschlafen. 😴 Er hatte zum ersten Mal richtig Spaß beim Lesen und konnte sogar mehrmals über die Geschichten lachen 😍 Er hat uns verraten, dass er zu Hause mit seiner Mama und dem Bruder geübt hat und war selbst seeehr stolz darauf! Richtig Toll! 👏🏻

Für L. war das Erkennen der einzelnen Buchstaben überhaupt kein Problem, das Zusammenziehen zu Silben oder Worten fiel ihm allerdings extrem schwer. Er benötigte sehr viel Zeit und überlegte oft sehr lange. Ein Sprachfehler erschwerte das Lernen zusätzlich. Ich hatte den Eindruck, dass er sehr unter Druck steht und er löste dies meist durch beliebiges Raten als durch Lesen.

Und heute? Erstmals gelang ihm das Erkennen von Silben und kurzen Wörtern und er begann tatsächlich, nach den Inhalten dahinter zu suchen! Hurrah, das war ein richtiger Durchbruch für ihn! Ich freue mich riesig 🎉🎉🎉. Auch wenn sein Weg sicherlich noch länger ist, bemerkt er selbst jetzt seine Fortschritte und das motiviert ihn ungemein!

Gerade für leseschwache Kinder ist es so wichtig, dass sie derartige Erfolgserlebnisse haben und das Lesen als positives Erlebnis bewerten können. Es tut ihnen gut, dass ich als Lesehund einfach nur anwesend bin, sie nicht bewerte oder korrigiere, sie akzeptiere mit all ihren Fehlern und Schwächen und einfach ganz viel Ruhe und Entspannung ausstrahle.

Jedes Lesekind hat übrigens einen eigenen Lesepass, in den es für jedes gelesene Heftchen einen Hunde-Stempel hineinstempelt. Was für ein tolles Gefühl, nicht nur in 15 Minuten mehrere Hefte zu lesen, sondern dafür auch noch Stempel zu sammeln 🤪 Den Kindern ist das ein großer Ansporn! Und ich bekomm dann natürlich auch noch ein Leckerli fürs Zuhören 🥰

Und nach dem Einsatz genieße ich den Spaziergang besonders und darf wieder einfach Hund sein!

Spende für unsere Lesekinder aus Afghanistan

Unter meinen Lesekindern, die ich wöchentlich in der Grundschule besuche, sind immer wieder auch einzelne, die aus Krisengebieten stammen, und hier in Deutschland eine zumindest temporäre Zuflucht gefunden haben. Sie haben es in der Schule besonders schwer. Sie lernen das Lesen in einer fremden Sprache und haben daheim oft kaum deutschsprachige Förderung oder Zugriff auf Lesematerial. Dabei sind gerade diese Kinder hochmotiviert und sprachlich oft sehr begabt. Viele lesen deutlich besser, als einige ihre deutschen Mitschüler.

Wenn ich die Mädchen anschaue, tragen sie oft tagelang dieselben Strumpfhosen, überall mehrfach gestopft, an den Füßen meist schwarz vom Laufen ohne Hausschuhe. Die Kleidung stammt aus dem Fundus der Tafel oder dem Sozialkaufhaus, oft etwas zu groß oder zu klein und immer etwas aus der Zeit gefallen. Die langen, dunklen, glänzenden Haare sind dennoch meist kunst- und liebevoll geflochten, die Hände mit Henna verziert, unübersehbarer Stolz ihrer Trägerinnen. Die fast schwarzen Augen leuchten herzlich und neugierig, freuen sich über jede Zuwendung und Aufmerksamkeit, die Gemüter sind fröhlich und kindlich geblieben und zugleich spüre ich die Schwere und das Leid, das sie in ihren jungen Jahren durch Krieg, Gewalt und Flucht schon haben erleben müssen.

Im letzten Schuljahr hat eines der Mädchen bei meinem Anblick unaufgefordert angefangen zu erzählen … Sie hatte in „ihrem“ Land auch Hunde gehabt, und Hühner und Katzen und Ziegen. Und dann kam der Krieg … und immer mehr ihrer Freunde gingen weg. Ihr Vater wollte auch fliehen, die Mutter aber wollte bleiben. Der Krieg kam jedoch immer näher und sie sind dann irgendwann alle zusammen geflohen … die Tiere mussten sie zurücklassen … welch eine grauenvolle Erfahrung für ein Kind, das zu der Zeit gerade mal 4-5 Jahre alt war. Als sie das erzählt, ist sie bereits zwei Jahre in Deutschland … spricht fließend Deutsch und besucht die zweite Klasse. Wieviele Menschen hören diesen Kindern eigentlich zu? Wer fragt sie, was ihre Seelen bewegt und belastet? Als Hund hab ich ja sehr feine Antennen und hab in diesem Moment all die Trauer, die Angst, die Sorge, die Verzweiflung gespürt, die eine solch überstürzte Flucht über tausende Kilometer in einer Kinderseele hinterlässt… Sie schaut mich an, während sie all dies leise erzählt, krault gedankenverloren mein weiches Fell und denkt voller Liebe an ihre eigenen Hunde, irgendwo mitten im Kriegsgebiet in Afghanistan …. in diesem Moment waren wir eins – das Kind, ihre Hunde und ich … vielleicht ein klitzekleines Stück Heilung und Versöhnung mit dem Schicksal? Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich als Lesehund hier aktiv sein und ihr zumindest etwas Zeit und eine positive Erinnerung an ihre Heimat schenken kann!

Ein anderes afghanisches Mädchen erzählt, dass sie zu Hause gar keine Bücher hat – weder deutsche noch afghanische! Als wir zusammen ein Würfel-Lesespiel machen, leuchten ihre Augen und sie lacht kindlich befreit und beglückt! Das, was für die meisten Kinder hier in Deutschland ganz normal ist – zu spielen -, ist für sie offenbar eine ganz besondere Erfahrung! Ist das nicht ziemlich ungerecht?

Dieser Moment hat Frauchen sehr berührt und noch einige Tage gedanklich und emotional weiterbeschäftigt. Und weil Sie im Verlagswesen arbeitet und dort sehr viele Menschen kennt, kam sie auf eine Idee! Sie hat einen privaten Spendenaufruf für Kinderbücher über ihr Bücherfrauen-Netzwerk verbreitet! In diesem Verband sind Autorinnen, Buchhändlerinnen, Verlegerinnen und viele andere Frauen, die in Verlagen arbeiten oder an der Entstehung von Büchern beteiligt sind, zusammengeschlossen. Und all diese Kolleginnen sitzen im Bezug auf Bücher direkt an der Quelle!

Ein bunter Reigen an Erstlesebüchern 🎉

Viele Kolleginnen reagierten mit der sofortigen Zusage, ihre Regale zu durchforsten. Das hat uns schon mal sehr gefreut! Und heute kam tatsächlich ein erstes Päckchen mit lauter bunten Büchern für Erstleser bei uns an!! Ganz herzlichen Dank dafür an die liebe Kollegin Ulrike Buergel-Goodwin aus München (ehem. Programmleiterin bei dtv und Piper). Die Kinder werden sich sicher sehr freuen! Und die Bücher kommen sicherlich genau an die richtigen Stelle! Ich freu mich schon riesig darauf, sie den Kindern am Mittwoch zu überreichen!

Sponsoring der Stiftung Hunde Helfen Heilen 🎉

Beim letzten Fortbildungstreff des Lesehund-Vereins haben Frauchen und ich den Helmut Lindner kennengelernt. Der Helmut  hat mir gleich supergut gefallen, der hat nämlich auch einen Aussie, mit dem er tiergestützt arbeitet. Eigentlich ist der Helmut ja so ein Bankmensch, der mit trockenen Zahlen jongliert, sagt Frauchen, aber ich hab gespürt, dass der Helmut in erster Linie ein herzlicher und sozial engagierter Typ ist.

Und weil der Helmut sich so gut mit Geld auskennt und zugleich was Gutes tun will, hat er vor einiger Zeit eine Stiftung gegründet – Hunde Helfen Heilen. Die Stiftung sammelt Spenden und akquiriert aktiv Sponsoren für die Förderung tiergestützter Arbeit mit Hunden. Das ist eine wirklich tolle Sache, denn diese wichtige Tätigkeit erfolgt meist im Ehrenamt, so wie bei uns auch. Sie wird von Bildungs-, Sozialeinrichtungen, Kranken- oder Pflegekassen nicht gefördert oder bezuschusst. Obwohl wir den Menschen doch nachweislich helfen können, gesund zu werden, zu bleiben oder sich gut zu entwickeln. Was kann es denn Wichtigeres geben? Die Menschen sind in dieser Hinsicht manchmal wirklich komisch! Ich muss das ja nicht alles verstehen!

Die erforderlichen Materialien für den Einsatz als Lesehund-Team summieren sich im Laufe der Zeit: Lesetexte, Leckerli, Arbeitsdecke, Einsatzhalstuch, Lehrmaterialien, Fachliteratur, Kopiervorlagen und Kopien, Stempel und Stempelhefte, Würfel, Spiele, etc.
Für Erstklässer und ganz leseschwache Kinder recherchieren und erstellen
wir eigene Texte, laminieren Lesedominos, Silbenspiele, Arbeitsblätter, etc.
Diese Materialien zahlen wir alle aus eigener Tasche.

Frauchen fand natürlich sehr spannend, was der Helmut mit seiner Stiftung alles auf die Beine stellt. Das fand sie echt klasse! Sie hat zwar nicht viel Geld zum Spenden übrig, aber sie wollte das doch unterstützen. Und als der Helmut erzählt hat, dass er gerade eine neue Website erarbeitet, hat sie angeboten, ihn zu unterstützen. Da hat sie viel Erfahrung mit und texten kann sie richtig gut.

Der Helmut hingegen fand total super, was wir als ehrenamtliches Lesehund-Team in Starnberg-Percha leisten, dass wir lange bei Helfer auf vier Pfoten aktiv waren (dazu weitere Beiträge) und jetzt den VHS-Hundekurs für Kinder planen (davon berichte ich demnächst). Er und Frauchen haben sich ganz lang unterhalten. Bei der Gelegenheit hat Frauchen erwähnt, dass wir gar nicht die vom Lesehund-Verein empfohlenen Lesehefte nutzen, weil die so teuer sind, und stattdessen viel Arbeitsmaterial in Eigenarbeit erstellen.  Am Ende haben die dann so komische Papierkarten ausgetauscht. Keine Ahnung wofür das gut sein sollte.

Und nun stellt Euch vor, was passiert ist! Diese Woche kam ein riesiges Paket mit 78 nagelneuen Leseheften vom Lesebaum-Verlag (unbezahlte Werbung wg. Namensnennung) bei uns an! Das hat uns der Helmut über seine Stiftung einfach so mal für uns gespendet! Das ist eine wirklich sehr schöne Anerkennung unserer Arbeit! Vielen, vielen Dank, lieber Helmut Lindner und natürlich allen Sponsoren der Stiftung Hunde Helfen Heilen, die das ermöglicht haben!

Lesehefte des Lesebaum-Verlags in 9 Lesestufen für die Grundschule

Wir werden jetzt ganz oft an Dich denken und bedanken uns im Namen der Starnberger Lesekinder und der Grundschule Percha für die tolle Spende! Jetzt können auch unsere Lese-Kinder die lustigen Geschichten von Floppy lesen und Stempel sammeln! Und ich freu mich schon riesig auf die vielen Hundegeschichten!

Erstklassige Lesekinder

Nach dreiwöchiger Pause (Läufigkeit) war ich wieder als Lesehund aktiv. Heute war es besonders spannend, erstmals durfte ich mit Kindern aus den beiden ersten Klassen arbeiten. Doch zunächst waren wir in den Klassenzimmern zu Gast, um mich als Lesehund vorzustellen. Es war gar nicht einfach einen so quirligen Haufen ruhig zu kriegen! Frauchen bat die Kinder, sich auf ihre Plätze zu setzen, ruhig zu sein und alle Taschen zuzumachen. Bei den Kleinen kann das schon mal ein paar Minuten dauern – und irgendeiner steht dann doch wieder vor dir und erzählt ungefragt, dass er auch einen Hund hat, schon mal einen Hund gehabt hat, besonders gut lesen kann oder sonst was! Dass die Menschenkinder aber auch immer so viel quasseln müssen! 🙈 Das werde ich wohl nie verstehen!

Die Stille-Klingel

In einer Klasse gab es eine Stille-Klingel. Wer Klingeldienst hatte, sorgte durch das „Bing“ für Ruhe! Das gefiel mir natürlich sehr! Und da wir mit genau dergleichen Klingel daheim schon mal getrickst hatten, durfte ich vorführen, dass auch ich mal Klingeldienst machen kann 🤣 Obwohl es schon länger her ist, dass die Klingel im Einsatz war, hat das auf Anhieb geklappt! Da ham die Kids (und auch Frauchen) aber ganz schön gestaunt!

Ich war dennoch froh, dass wir bald schon mit dem ersten Kind in die Bibliothek abgezogen sind! Vier neue Lesekinder auf einmal muss ein Hund ja auch erst mal verdauen. Letztes Wochenende hatten wir auf dem Treibball-Workshop das „Stups“ so intensiv geübt. So gab es zum Einstieg für die Neuen gleich ein Würfelspiel!

Hund, Würfel, Becher, Spielplan, Spielfigur, Kind

Das hat mir und den Kindern riesigen Spaß gemacht! Sie haben kaum bemerkt, dass das ein Lesepiel war 🤪. Sie durften den Würfel auf den Becher platzieren und mich mit „stups“ auffordern, zu würfeln. Das ist gar nicht so einfach, denn ich bin ja eine Körpersprachlerin: auf den Würfel zeigen, den Würfel anschauen (nicht den Hund) und dann das Kommando geben! Da bin ich ganz genau, sonst bleib ich sitzen oder schau Frauchen fragend an. So lernen sie ganz nebenbei auch mit Hunden zu arbeiten und ihre eigene Körpersprache zu reflektieren.

Spielplan für die Wort-Bild-Zuordnung

Bei dem Spiel muss zu dem Wort das richtige Bild, bzw. zu dem Bild das richtige Wort gefunden werden. Am Ende haben es alle geschafft und kamen am Ziel an – der eine früher, der andere später. Und ich hatte endlich mal was zu tun, nicht immer nur rumsitzen und zuhören.

Gelesen wurde natürlich auch noch

Anschließend haben wir mit dem Büchlein von Hund Oskar weitergearbeitet. Drei der vier Kinder hatten kaum Mühe, die Sätze vollständig zu lesen. Damit liegt das Niveau deutlich höher als im vorigen Jahrgang.

Für zwei der Kinder ist Deutsch nicht die Erstsprache – aber genau diese beiden lasen ganz hervorragend! Einer hat kognitive Defizite und einer hat sich bislang schlicht nicht getraut, in der Klasse laut vorzulesen. Genau dafür ist das Einzelsetting mit Lesehund ideal! Bei mir war er von all diesen Ängsten und dem Druck befreit! Und sie Lehrerin ist dankbar für die Unterstützung und Frauchens Feedback – manches kann im Klassenkontext eben nicht aufgefangen werden und Lesen ist sooo wichtig!

HIer stimmte die Chemie von Anfang an
Nach der aktiven Würfelei war ich froh, wieder einfach zuhören zu können 😎

Nach einer guten Stunde hatten die Kinder Schulaus und wir packten unsere Sachen. Auf dem Rückweg mussten wir uns durch eine riesige Schülermenge wühlen und natürlich wollten mich alle streicheln! Obwohl Frauchen mehrfach sagte, dass das jetzt zu viel ist, konnten es einige doch nicht lassen! Aber ich bin ja inzwischen richtig cool und hab das ganz tapfer mitgemacht – irgendwie bin ich ja doch neugierig und viele der Kinder kenne ich jetzt ja auch schon!

Dennoch war Frauchen total stolz und voll des Lobes für mich über meinen heutigen Einsatz! Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich so viel gelernt und bin ne echt coole Socke geworden! Und heut war ich besonders gut drauf! Wir freuen uns beide schon auf nächste Woche!

Lesehund-Start ins Schuljahr 18/19

Nach einer längeren Sommerpause waren wir heute endlich wieder mal als Lesehund-Team unterwegs. Ich war schon ganz aufgeregt, als mein Frauchen die Einsatztasche und die Lesehund-Decke packte! Und trotz November strahlte die Sonne vom Himmel – der halbstündige Fußweg zur Grundschule war somit schon für sich ein tolles Erlebnis! Vor der Schule gabs dann erst mal Pfoten trocknen und reinigen und dann natürlich mein Einsatztüchlein um den Hals 😊

Die Kinder sind um die Zeit noch in der Pause und wir dürfen solange mit ins Lehrerzimmer, wo alle Erwachsenen gemeinsam frühstücken und furchtbar wichtige Dinge besprechen. Heut ging es darum, welche Kinder in diesem Schuljahr mit uns lesen dürfen. Meine bisherigen Lesejungs sind ja jetzt schon in der zweiten Klasse! Und während die Menschen quasseln, vertreib ich mir die Zeit damit, alle Krümel vom Boden aufzuputzen – nicht dass da jemand noch drauf ausrutscht 🤣.

Sobald die Kinder Richtung ihrer Klassenzimmer verschwunden sind und in den Fluren etwas Ruhe einkehrt, machen wir uns mit einem der Lesekinder auf den Weg in unsere Lesehöhle! Na ja, eigentlich ist es ja eher Bibliothek und Abstellraum aber wir machen es uns dort zusammen mit den Kids mit einer großen Kuscheldecke auf dem Boden gemütlich. Heut war es schon aufregend, weil ich die Neuen ja noch nicht kannte – und sie mich auch nicht! Da muss man sich erst mal bissl aneinander rantasten und beschnuppern. Das lief aber ganz prima, einer wollte eh bissl mehr Abstand und keinen direkten Kontakt – Leckerli kann man schließlich auch werfen, das geht für mich völlig in Ordnung! 🤣 Die Zweite hat selbst einen Hund, war furchtbar nett und wusste auch gleich, wo sie mich kraulen muss, damit es mir gefällt! Solche Kinder mag ich ganz besonders gern!

Die zwei anderen Lesejungs kannte ich schon vom letzten Schuljahr und die Freude über das Wiedersehen war auf beiden Seiten riesig! Neben dem Lesen haben wir noch verschiedene Kunststückchen abgerufen: durch die Arme springen, Pfote geben, Männchen machen…. Wow, und ich kann Euch sagen, die haben tolle Fortschritte gemacht in den letzten Wochen! Wir lesen jetzt richtige Bücher und Geschichten und beim Zuhören roll ich mich meist auf den Rücken und lass mir den Bauch kraulen!

Nach einer guten Stunde im Dienst geht es mit Frauchen dann ne große Runde zum Toben und Rennen an den See! So’n Leben als Lesehund ist wahrlich nicht das Schlechteste!

P.S. Vor der Schule wurden wir heute tatsächlich von einigen der wartenden Erstklässer-Eltern angesprochen. Die wussten gleich, wer ich bin, denn im Sommer hatte ich mit den Zwillingen eine Rolle im Schulfilm! Daüber berichte ich Euch aber ein andermal ausführlich!

Mein Job als Lesehund

Einmal in der Woche zieht Frauchen mir mein knallrotes Lesehund-Tüchlein um und packt die braune Tasche. Ich bin dann immer schon ganz aufgeregt, denn dann geht’s in die Grundschule zu meinen Lesekindern! Yuchhee!

Jeden Freitag besuchen wie die erste Klasse und arbeiten mit einigen Kindern, denen das Lesen noch schwer fällt. Dafür richten wir in einem kleinen Materialraum eine gemütliche Lümmelecke ein. Auf die große Kuscheldecke passen außer mir noch ein Lesekind, Frauchen und jede Menge Materialien. Mein Job als Lesehund weiterlesen